Schlappsturz 09.03.2014



Was hatte ich erst einen Tag zuvor im Radio gehört? Zitat: "Genau heute vor einem Jahr hatten wir auch 15 … nein, nicht Grad, sondern Zentimeter Neuschnee."

Schnee gabs heute also keinen, dafür aber Sonne satt. Nicht ein Wölkchen war am Himmel auszumachen, als sich morgens an der frühlingshaft gut besuchten Brücke



Grete, Sybille, Uta und Ole, Bernd, Berni, Fred, Hans-Peter, Ralf, Reiner, Thomas, Ulli, Willi und ich uns trafen.





Nach Kaffee und Brötchen nahmen wir dann Richtung Potsdam Aufstellung



und legten schließlich ab.



Zunächst ging es über die Glienicker Brücke



nach Potsdam,



das wir schnell Richtung Nord-West über die B2 verließen.





Über Fahrland, Kartzow, Priort, Dyrotz und Wustermark fuhren wir ins Havelland ein. Ein kurzes Stück auf der B5 brachte uns nach Nauen, das wir schnell durchkämpften, bevor wir hinter Utershorst und Hertefeld die erste Pause – unsere Einreihpause – einlegten.





Ein paar Dinge gab es zu besprechen







und auch der Smalltalk kam nicht zu kurz,







bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Dieser führte uns unmittelbar auf das "Wassergeläuf", eine bei richtigem Tempo gefahren wahrhafte Buckelpiste, bei der man sich Mühe geben muss, wenn es einen nicht aus dem Sattel heben soll.



Aber wir blieben alle oben und so ging es weiter über Dreibrück, Deutschhof, Königshorst, Lobeofsund, Vietznitz, Friesack und vorbei an der "Sieben-Brüder-Eiche" auf dem Weg nach Klessen-Görne und Stölln, wo wir der "Lady Agnes" einen kurzen Besuch abstatteten.







Der Hügel am Gollenberg gilt als der älteste Flughafen der Welt, denn hier unternahm Otto Lilienthal seine wesentlichen Flugversuche (neben den anderen Versuchsplätzen bei Derwitz und Lichterfelde bei Berlin). Zu seinem Andenken unternahm der Interflug-Pilot Heinz-Dieter Kallbach am 23. Oktober 1989 eine waghalsige Landung mit einer Iljuschin IL-62 auf dem Feld. Von dieser Landung gibt es zwei schöne Youtube-Beiträge:

http://www.youtube.com/watch?v=sCZRwv_568Y

http://www.youtube.com/watch?v=tGsob55nLtw

Heute dient das nach Lilienthals Frau Agnes benannte Flugzeug als Standesamt und beherbergt außerdem eine Ausstellung über Otto Lilienthals Schaffen.

Wir umrundeten die Maschine und verzichteten aber auf einen Besuch der Ausstellung.



Hier im Hintergrund der Hügel,



der nicht nur der Arbeitsplatz Lilienthals war. Leider wurde der Flugpionier auch Opfer seiner Leidenschaft und gilt als erster Verunglückter durch einen "Trudelunfall", denn am 9. August 1896 stürzte er hier aus einer Höhe von etwa 15 Metern ab und erlag einen Tag später seinen Verletzungen.

Wir setzten unseren Trip fort.



Bei anhaltend blauem Himmel, strahlender Sonne und sehr angenehmen Temperaturen fuhren wir auf schmalen Sträßchen durch das Ländchen Rhinow der gleichnamigen Stadt entgegen.



Und was wäre die Mark Brandenburg ohne ihre rustikalen Pfade?















So passierten wir Rhinow, Rübehorst, Babe, Roddahn, Helenenhof und Joachimshof, Voigtsbrügge und erreichten bei Kümmernitz schließlich unser heutige Ziel.

Ein kurzer Sandweg





führte uns zu einem kleinen Platz, wo wir die Maschinen abstellen konnten und die letzten 150 Meter zu Fuß weitergehen konnten.





Man hörte ihn schon rauschen, den "Schlappsturz".









Dieser waschechte "Wasserfall" wird von dem kleinen Bach "Königsfließ" gespeist, der neben der Dosse in die Havel fließt und schließlich in die Elbe mündet. Das Fließ zieht sich in der Breddiner (Kümmernitzer) Schweiz über sechs Kilometer durch feuchte Wiesen und Waldbereiche und dient dadurch der natürlichen Entwässerung des Gebietes. Die ganze Gegend ist unter diesem Namen auch als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Bereits im Jahr 1876 wurde der Sohlabsturz befestigt und so eine geordnete Wasserwirtschaft ermöglicht.

Merkwürdig ist nur, dass nirgends im Internet etwas darüber zu finden ist, wie es einmal zu diesem Namen "Schlappsturz" kam. Und beim Lesen des Begriffs "Sohlabsturz" erschlich sich bei mir so ein komisches Gefühl, weil die optische Anordnung der Buchstaben so verdammt ähnlich zum Wort "Schlappsturz" aussieht. Könnte es gar sein, dass man in alten Tagen den Buchstaben "o" einfach zu einem "c" gemacht hat? Zuzutrauen wäre es den Märkern ja. Also wer weiß, wer weiß. Dieses Rätsel werden wir wohl nicht mehr lösen können.

Dafür genossen wir noch ein paar Minuten den idyllischen Ort, dabei immer das fröhliche Rauschen im Hintergrund.



Irgendwann machten wir uns wieder auf zu den Moppeds und wollten jetzt zur Mittagspause.











Aber hinter Müggenbusch, Havelberg und Jederitz erwartete uns in Kuhlhausen eine unangenehme Überraschung: wegen eines Krankheitsfalles war das auserkorene Restaurant geschlossen.



Also begaben wir uns auf die Suche nach einer passenden Futterluke.







Aber weder in Strodehne und Kitz wurden wir fündig. Und auch der sichere "Geheimtipp" in Rhinow (wo wir beim letzten Mal auch eingekehrt waren) erwies sich als Niete. Auch die "Zwei Linden" waren dicht.



Eine freudliche Nachbarin gab uns den Tipp, dass wir es doch einmal in Hohennauen versuchen sollten. Der Ort lag auch auf der Strecke und so wurden wir doch noch fündig.



Wir nahmen gleich die ganze Terrasse in Beschlag.







Ich finde, dass der "Hohennauener Hof" einen Eintrag in unserer Restaurant-Ecke verdient hat: das Essen war unglaublich schnell zubereitet (nach 20 Minuten lag der erste Teller auf dem Tisch), hat hervorragend geschmeckt und lag preislich im üblichen Rahmen. Wir konnten uns also satt und zufrieden wieder auf den Weg machen.







Weil das Mittagessen so spät lag mussten wir die Kaffeepause ausfallen lassen. Also fuhren wir durch Semlin, Ferchesar, Nennhausen, Garlitz, Beetzseeheide, Weseram und Zachow nach Ketzin, wo wir einen Tankstopp einlegten.



Jetzt war es auch nicht mehr weit. So ging es über Falkenrehde, Bornim und Bornstedt nach Potsdam









und über die Glienicker Brücke wieder nach Berlin,



wo wir noch einmal einen "Tankstopp" einlegen mussten,





bevor wir an der jetzt richtig vollen Spinnerbrücke eintrafen.







Hier trafen wir noch auf eine Gruppe mit "Zitronen-Wasser" angeheiterte Gruppe, die wohl einen "Mädels-Tag" eingelegt hatten.





Nach 254 km ging die erste fast schon sommerliche Tour zu ende. Wenn das so weitergeht, wird das wohl eine echte Ausnahme-Saison werden. Aber wollen wir es mal lieber nicht beschreien (dreimalaufholzgeklopft).

Bis zum nächsten Mal!

Gruß Ron