Havelquelle 04.10.2015



Einen super sonnigen Herbsttag mit bis zu 20 Grad wollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen. Deshalb gab es heute außerplan eine weitere Ausfahrt, die uns in den Norden führen sollte. Wir wollten die Quelle der Havel entdecken, die ein wenig versteckt mitten im Müritz-Nationalpark liegt.

So sammelten wir uns am Treffpunkt Nordwest in Kremmen. Mit dabei waren Bianca und Stefan, Claudia, Eva, Armin, Joan, Benno, Frank, Jonas, Jörg, Martin, Ralf, Ralf, René, Uwe, Wolfgang, Xavier und ich.





Mit dem Kaffee gab es anfangs zwar Schwierigkeiten, aber irgendwann stand dann doch eine Kanne auf dem Tisch und wir konnten uns noch eine heiße Tasse einschenken. So gewappnet legten wir ab.







Es ging in den Norden. Beetz, Rüthnick, Herzberg (Mark) und Lindow (Mark) lagen auf unserem Weg.



Wir machten einen Turn in Richtung Nord-Ost, der uns über Gransee, Zernikow, Altglobsow und Fürstenberg/Havel führte. Zwischendurch wurde "eingereiht".



Danach wurden die Pfade wieder schmaler.









Auf dem Weg zum westlichen Teil des Müritz-Nationalparks fuhren wir über Strasen, Ahrensberg, Wesenberg und Useriner Mühle, bevor wir auf der einzigen offenen Strecke durch den Park die Orte Zwenzow, Blankenförde, Babke, Granzin und Kratzeburg passierten.

In Pieverstorf kam es dann zum Rütli-Schwur. Es stand zur Frage, ob wir das letzte Stück zum Ziel auf der geplanten – asphaltierten – Strecke zurück legen wollten oder neun Kilometer sparen wollten, indem wir eine Schotter/Sand-Piste unter die Pneus nehmen würden. Die Gruppe teilte sich auf. Hier ging es links zum Schotter und rechts zum Asphalt.



Für die Schotter/Sand-Jünger verflogen die letzten zwei Kilometer zum Ziel wie im Fluge … wie im Sande. ;-)









Wir hatten uns damit eine Zusatzpause verdient, denn bis der Rest der Gruppe eintraf, vergingen etwa zehn Minuten. Dann konnten wir uns gemeinsam zu Fuß auf die letzten Meter machen.



Wir hatten freundliche Wegbegleiter.



Übrigens befindet sich hier auch die



also die Stelle, ab der linksseitig alles Wasser in Richtung Nordsee- und rechtsseitig alles Wasser in Richtung Ostsee fließt.

Ein paar Meter weiter verkündete diese Stele



dass wir am Ziel angelangt waren. Das ist sie:



Die heute weniger als sonst sprudelnde Quelle der Havel. Um genau zu sein, ist dies nur der Punkt, an dem das Geläuf noch einmal sichtbar gemacht wurde, denn die eigentliche Quelle des Flusses befindet sich im dahinter liegenden Mühlensee. Historisch ist das allerdings auch nicht ganz richtig. Denn der ursprüngliche Quellsee ist der benachbarte Bornsee (mittelhochdeutsch: Born = Quelle, Ursprung des Lebens). Weil man eine Mühle betreiben wollte, wurde ein Sperrdamm errichtet. Dadurch entwässert der Bornsee seit dem 15. Jahrhundert nicht mehr in die Havel und damit indirekt in Richtung Nordsee, sondern direkt nach Norden in die Ostsee.

Der Name der Havel entstammt übrigens noch der vorslawischen Zeit der Germanen. Der Wortteil "hav" deutet auf "Bucht" hin und ist wohl dem buchtenreichen Verlauf der Havel geschuldet, die sehr viele Seen durchfließt. Sie ist damit Namensgeberin der Heveller, einem slawischen Volksstamm, der sich entlang der Havel ansiedelte.

Mit ihren 334 Kilometern (davon 285 km in Brandenburg) ist sie der längste rechtseitige Nebenfluss der Elbe. Dabei legt sie gerade einmal einen Höhenunterschied von 40,6 Metern zurück. Sie hat also ein Gefälle von einem Meter auf 8.226 Metern oder 0,01 Prozent. Dagegen wäre ein Abflussrohr geradezu eine Stromschnelle. ;-)

Dabei transportiert sie aber eine Wassermenge, die ihresgleichen sucht: mit 108 Kubimetern, also 108.000 Litern Wasser pro Sekunde ist sie der drittgrößte Lieferant aller Elbe-Nebenflüsse. Und weil sich das Ganze auf ein großes Areal verteilt (ca. 24.000 km²), birgt sie kaum ein Hochwasser-Risiko (außer, wenn sich die Elbe zurück staut) zumal das ruhige Fließgewässer über eine mittlere Tiefe von ca. 2-3 Metern verfügt und zudem für diese Verhältnisse sehr breit wird (bis zu 43 Meter). Außerdem hat sie genügenden Stauraum in den vielen Seen, die sie durchfließt.

Allerdings hier am Quellort ist sie doch noch sehr überschaubar.





Der Platz wurde schön gestaltet. Auf den umliegenden Findlingen wurden die Wappen der Havel-Städte angebracht.



Damit genug machten wir uns auf den Rückweg zu den Moppeds. Na ja … die Sache mit dem "Selfie" üben wir noch einmal. ;-)



Wir legten also wieder ab



und diesmal nahm die ganze Gruppe den Sand-Abschnitt. Offenbar war der Hunger stärker als die Scheu vor unwegigem Terrain. ;-)









Entgegen alter Gepflogenheit fuhren wir ein großes Stück denselben Weg zurück (die ursprüngliche Route wäre 100 km länger gewesen und wir wären so richtig in Dunkelheit geraten).

Aber immerhin ging es so schneller durch die wunderschöne Landschaft zum Ort Granzin, wo der "Havelkrug" schon eine Tafel für uns gedeckt hatte.







Trotz fehlender Essensvorbestellung (dazu kam der Touraufruf zu kurzfristig), ging es doch zügig mit Essen und Getränken und so konnten wir uns bald wieder auf den Weg machen.





In Wesenberg legten wir einen Tankstopp ein.



Anschließend drehten wir nach Südwesten und fuhren ein ganzes Stück die B122 entlang.



Dabei gab es dann ein "Hindernis" der besonderen Art. Eine MC-Gruppe mit etwa 12 Maschinen bollerte in der ihr eigenen Art (sehr dicht nebeneinander) und mit ziemlich langweiligem Tempo vor uns hin. Anfängliche Versuche, die Gruppe zu überholen, scheiterten.





Aber bis Rheinsberg war es nicht mehr weit. Dort angekommen nahmen wir unseren Stamm-Parkplatz zu Füßen des Kronprinzen Friedrich (dem nachmaligen "Alten Fritz") in Beschlag



und machten es uns im Ratskeller gemütlich - der diesmal nicht "voll-reserviert" war. ;-)







Für Eva und René war es heute soweit: für 1000 harterprobte Kilometer mit uns wurden sie "geadelt" und zu Trägern des "Güldnen Bandes" erhoben.





Mit zwei weiteren Goldhälsen traten wir den Heimweg an.







Auf mehr oder weniger bekannten Pfaden ging es über Dierberg, Alt Ruppin, Radensleben, Pabstthum, Wall, Beetz und Sommerfeld zurück nach Kremmen.





Dort angekommen war die Scheune schon fast geschlossen. So nahmen wir stehend Abschied.



Um 249 Kilometern wurden unsere Tachos bereichert und wir um eine weitere schöne Tour in dieser Saison, die wie immer bei bester Laune und vor allem bei hervorragendem Wetter zurück gelegt wurde.

Bis zum nächsten Mal!

Gruß Ron